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Methode

metadoc ART beruht auf der Analyse von sprachlichen Defekten in Anforderungstexten.

Wenn ein Autor einen Text schreibt, ist dies keine objektive Darstellung der Wirklichkeit. Jeder Text wird immer von der subjektiven Gedankenwelt des Autors, seiner Vorbildung, seines Weltbildes und seiner Vorstellung geprägt sein.

Sowohl bei der Aufnahme unserer Umwelt in unsere Gedankenwelt als auch bei der Wiedergabe unserer Gedankenwelt als Sprache treten Transformationsprozesse auf. Diese Transformationen sind wichtig, da wir weder die gesamte Wirklichkeit in unsere Gedankenwelt übernehmen können, noch unsere gesamte Gedankenwelt sprachlich ausdrücken können.

In den siebziger Jahres des 20. Jahrhunderts haben der Psychologe und Linguistiker John Grinder und der Informatiker und Therapeut Richard Bandler ein Modell zur menschlichen Kommunikation und Ausdrucksweise erarbeitet. Unter anderem haben sie dabei für die oben genannten Transformationen folgende sprachlichen Effekte identifiziert:

  • Tilgung
  • Generalisierung
  • Verzerrung

Nun sollen Anforderungstexte sinnvollerweise möglichst objektive Darstellungen der Anforderungen sein, die weitgehend unabhängig von der subjektiven Gedankenwelt des Autors sind. Glücklicherweise gibt es einen engen Zusammenhang zwischen den genannten sprachlichen Effekten und bestimmten Formulierungen. So lassen sich beispielsweise Tilgungen unter anderem an unvollständig spezifizierten Prozesswörtern, unvollständigen Vergleichen oder impliziten Annahmen erkennen. Sind die sprachlichen Effekte erkannt, lassen sie sich gezielt hinterfragen und damit beheben. Allerdings können nicht alle sprachlichen Effekte ausschließlich an bestimmten Formulierungen erkannt werden.

Aus den Formulierungen, die auf bestimmte Effekte hinweisen, lassen sich Regeln ableiten, wie Anforderungen formuliert sein sollten, um sprachliche Effekte möglichst auszuschließen. Die Regel "Formulieren Sie jede Anforderung im Aktiv." beugt beispielsweise einer Tilgung vor, da bei der Fomulierung im Aktiv der Handelnde angegeben werden muss und nicht weggelassen werden kann.

Mittlerweile haben sich eine Reihe von Regeln für die Formulierung von Anforderungstexten etabliert. metadoc ART überprüft, ob diese Regeln in den Anforderungstexten eingehalten werden und zeigt mögliche Problemstellen dem Autor an. Der Autor wird so gezielt auf mögliche unerwünschte sprachliche Effekte hingewiesen und kann den Anforderungstext entsprechend verbessern.

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